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MÜNZEN

Was ist eine Münze?

Ganz allgemein versteht man unter einer Münze ein meist kreisförmiges und – im Verhältnis zum Durchmesser – dünnes Zahlungsmittel. Münzen bestehen in der Regel aus einer Metalllegierung.

Die Vorderseite (Avers) einer Münze zeigt üblicherweise ein Herrscherporträt oder ein Staatswappen. Auf der Rückseite (Revers) befindet sich meist die Wertangabe.

Der Münzrand kann glatt, geriffelt oder beschriftet sein. Die Umschrift einer Münze wird in der Numismatik als Legende bezeichnet.

Welche Arten von Münzen gibt es?

Nach ihrer Funktion lassen sich Münzen in Kursmünzen (für den alltäglichen Zahlungsverkehr), Gedenkmünzen (als Sammelobjekte zur Erinnerung) und Anlagemünzen (als strategisches Edelmetallinvestment) unterscheiden.

Münzen, deren Nennwert durch ihren Metallwert bestimmt ist, werden als Kurantmünzen bezeichnet (z. B. Goldmark im Deutschen Reich). Der Materialwert heutiger Umlaufmünzen liegt hingegen unter ihrem aufgeprägten Nennwert; man spricht hier von Scheidemünzen (z. B. Euro-Münzen).

Im Gegensatz dazu beziehen Anlagemünzen aus Edelmetallen (z. B. Krügerrand) ihren Wert in erster Linie aus dem enthaltenen Edelmetall.

Münzgeschichte im Zeitraffer

Die ersten Münzen wurden im Reich der Lyder in Kleinasien um 600 v. Chr. als Zahlungsmittel geprägt. Im antiken Griechenland setzte sich die Münze bis etwa 400 v. Chr. gegenüber dem bis dahin üblichen Tauschhandel durch. Das Römische Reich verfügte bereits über ein abgestuftes Münzsystem aus Gold-, Silber-, Messing- und Kupfermünzen. Von der Spätantike bis ins frühe Mittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa wieder deutlich zurück.

Im Frankenreich führte Karl der Große um 792 eine Münzreform durch. Der karolingische Herrscher hob die Goldbindung des Geldes auf und führte den Silberdenar als reichsweit gültige Währung ein. Goldmünzen wurden im Hochmittelalter nur selten geprägt. Erst im 13. Jahrhundert nahm die Goldprägung wieder deutlich zu, ausgehend von den italienischen Handelsstädten Florenz und Venedig.

Das Recht, Goldgulden zu prägen, wurde 1340 erstmals der reichsfreien Stadt Lübeck zugestanden. Kurtrier und Kurköln erhielten dieses Privileg 1346 von Karl IV. verliehen. In den Jahren 1385/86 gründeten die Kurfürsten von Mainz, Köln, Trier und der Kurpfalz den Rheinischen Münzverein, der den rheinischen Gulden aus Gold prägen ließ. Dieser bildete die Grundlage für viele regionale Währungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Die Münzgeschichte in Deutschland ist daher von großer Vielfalt geprägt, da zahlreiche Kleinstaaten ihr eigenes Geld ausgaben. Erst die Reichsgründung 1871 führte auch im Münzwesen zu einer stärkeren Vereinheitlichung.

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